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Montag, 4. Mai 2015

Ist Fisch immer gesund?

Liebes Theaterinteressierte
Fisch ist gesund, weil er leicht, reich an Proteinen, ungesättigten Fettsäuren und Spurenelementen ist. Einmal pro Woche Fisch empfehlen Ernährungsberater. Jeden Freitag wird darum in den Restaurants und Kantinen ein Fischmenü angeboten. Wegen der Überfischung der Weltmeere empfehlen einzelne Organisationen aber maximal einmal im Monat Fisch zu essen. Soweit die Situation heute. Im Jahre 1838 gab es noch so viele Fische, dass die armen Leute Lachs assen. Weil der Diener Rudolf als Koch einspringen muss und damit keine kulinarischen Eskapaden mehr möglich sind, befiehlt die Herrschaft fortan viel Fisch zu servieren. Rudolf als Fischhasser hat natürlich keine Freude. Missmutig kocht er für die drei „mehr oder minder dicken“ Heckendorfdamen einen doppelten Hecht. Dass der Darsteller des Rudolf in seinem ganzen Leben noch nie Fisch gekocht hat, spielt in diesem Zusammenhang keine grosse Rolle. Trotzdem ist nun schon fraglich wie die drei Seidenfabrikantinnen das Menü von Rudolf verdauen.
Besucher unser Theaterbeiz können aber beruhigt sein. Es gibt wegen der miserablen Kücheninfrastruktur kein Fischmenü und Rudolf steht auch nicht als missmutiger Koch in der Küche.

Dieses Jahr habe ich eine kleine Wettbewerbsfrage: Der Diener Rudolf erwähnt im Stück einmal etwas, das es im Jahre 1838 in der Schweiz noch nicht gab.

(Theaterproduktion 2015 des Theaterverein T-nünzg in Horgen)

Samstag, 11. Mai 2013

Nur wer das Chaos beherrscht hat Erfolg

Liebes Theaterinteressierte
Nach 30 Jahren Theaterspielen bin ich mich aller Hand gewohnt. Und so haben mich die Turbulenzen vor und während der Probenarbeit nicht gross beunruhigt. Angefangen hat alles sehr schön. Wir hatten vier spielbegeisterte Frauen und keinen Regisseur, dafür ein bombiges Stück. Nachdem man für die Regie eine interne Notlösung fand, begannen die Proben. Von den neun Rollen waren zu diesem Zeit sieben besetzt. Eine Rolle konnte durch Doppelbesetzung „eliminiert“ werden und die Letzte konnten wir kurz vor dem Probeweekend besetzen. Als Dreingabe verabschiedete sich eine Hauptdarstellerin mitten in den Proben per SMS. Durch gute Beziehungen in der Theaterszene konnte die Rolle glücklicherweise schnell neu besetzt werden.

Dieses Chaos zu leiten, konnten wir nicht einer externen Regie zumuten. So kam ich unverhofft zu meinem Regiemandat. Einen netten Nebeneffekt hat das Ganze schon noch. Auf 200 Plakaten im Dorf ist in grossen Lettern mein Name zu lesen. Einem Altpolitiker schlägt dabei das Herz schon höher. Dazu kommt, dass die wenigsten Zuschauer merken, wenn man als Regisseur Mist baut.

(Theaterproduktion 2013 des Theaterverein T-nünzg in Horgen) 

Mittwoch, 26. Mai 2010

Bonuszahlungen – oder wie komme ich einfach zu Geld

Liebes Theaterinteressierte
Das Thema Geld hat in den letzten Monaten grosse Wellen geworfen, sei es in der Bonustüte von Topbankern, oder bei den Staatsschulden von Griechenland oder bei den Reparaturkosten von BP für den Oelplattformunfall im Golf von Mexiko. So wollen wir natürlich mit unserer diesjährigen Produktion nicht im Abseits stehen. Im Gegensatz zum unverschämten Bonus von Brady Dougan über 71 Mio geht es in der schwarzen Komödie von John Patrick nur über einen Betrag von 1 Mio. Aber bei beiden geht es um die menschliche Gier und die Frage zu was sind Leute bereit um an Geld zukommen. Beim CS Konzernchef ärgern sich bereits Bankkaderleute über diese Abzockerei, beim kleinen Verbrechertrio in „Jeder liebt Opal“ geht es hingegen ums Überleben oder mindestens um ein einfaches sorgenfreies Leben.

Das Verbrechertrio ist wieder mal völlig blank. Und nachdem die Polizei ihren illegalen Parfümverkauf ausgehoben hatte, versiegte auch diese Geldquelle. Auf der Flucht vor der Polizei treffen Gloria, Brad und Arturo nacheinander bei Opal auf. Die Lotterbude von Opal, weit ab von anderen Häusern, erweist sich als ideales Versteck. Ja und hier kommen sie auf verschiedene abstruse Idee, wie sie einfach an Geld kommen. Nur rechnen sie dabei nicht mit der menschlichen Güte von Opal. „Die alte Hexe“, wie sie Arturo bezeichnet, bringt die Pläne des Verbrechertrios immer wieder durcheinander und so nimmt die Geschichte ein unerwartetes Ende.

(Theaterproduktion 2010 des Theaterverein T-nünzg in Horgen "Jeder liebt Opal"

Donnerstag, 15. Oktober 2009

An alle Steuerhinterzieher

Ja liebe Steuerhinterzieher jetzt wird es auch in unserer schönen Schweiz ungemütlich. Aber geschieht allen recht, denn mit dem Steuerhinterziehen entzieht man ja dem Staat Geld, Geld das er z.B. für Kultur einsetzen könnte. Wobei zu bemerken ist, dass das Kulturbudget der öffentlichen Hand sehr sehr klein ist. Also eigentlich sieht man die Zahlen gar nicht. Der grosse Rest gibt der Staat für Dinge aus, die nicht in allen Fällen jedem einleuchten. Da kann ich verstehen, dass man Steuern hinterzieht. Besonders wen man bedenkt, dass der Staat ja auch für viel Blödsinn Geld ausgibt. Aber das ist eben das Dumme an der Demokratie dass die Mehrheit bestimmt, wo die Kohle hinfliesst. Die Mehrheit hat zwar nicht immer recht bzw. kann sich ja auch einmal irren, aber so sind eben die Spielregeln.
Wie dem auch sei, etwas müssen Sie nun aber für ihr gutes Gewissen tun. Wenigsten einen Teil Ihres hinterzogenen Kapitals sollte in die Kultur fliessen. Denn auf dem schwarzen Konto nützt das Geld uns nichts. Der Theaterverein T-nünzg würde sich deshalb sehr freuen, seine Zukunft mit schwarzen Geld finanzieren zu können.

Der Ersatzspieler

Zuschauer fragen immer wieder was passiert, wenn ein Spieler krank wird. Die Antwort ist einfach; die Spieler haben einfach keine Zeit um krank zu werden. Ja und wenn einer verunfallt; dann wird man ihn mit der Bahre auf die Bühne tragen - Hauptsache der Text kommt. Aber eines ist sicher: es gibt keine Ersatzspieler wie im Fussball, höchstens bei längeren Produktionen, wie Musicals oder Freilichtspiele. Aber im Amateurtheater hat man schlicht die Personen nicht, und es ist eben nicht so einfach einen Spieler wie eine Schachfigur auszuwechseln - im Fussball mag das ja gehen.

Wenn es dennoch dazu kommt, lässt sich immer eine Lösung finden. So bekam ein Spieler kein Militärurlaub, über Nacht konnte ein Spieler eines anderen Vereins, der die gleiche Rolle vor einem Jahr spielte engagiert werden. Es lief erstaunlich gut, das Publikum merkte nichts. Weniger glimpflich erging es einem Spieler, der Mitten in den Aufführungen heiser wurde. Dank liebevollen Mitspielern kam bei der übernächsten Aufführung die Stimme wieder. Zu verdanken hatte er es der empfohlenen Inhalation mit Salbeitee, der Kügelitherapie, den Lutschtabletten mit Glycerine und dem dauernden Teetrinken. Aber eigentlich war der Stimmenausfall nicht so tragisch - er hatte nur einen 4 Minutenauftritt und man verstand sein Kauderwelsch von Deutsch und Französisch auch bei gesunden Stimmbändern eh nicht. Gut ist ja kein Wunder, es war der Ersatzspieler.