Samstag, 14. November 2015

Kulturelle Touristenfalle

Wien die Stadt der Kultur: So hat Wien mehr Kulturstätte als andere Städte Kioske. Apropos Kioske. Mich hat dann schon ein wenig befremdet, dass an jeder Tramhaltestelle so eine Take away Fressbude stand, wo man sich mit öligen und fettigen Speisen ernähren konnte. Gut Wien ist mehr als Theater und Musikkultur bekannt als für die Esskultur. So war ich nun nach acht Jahren wieder einmal für ein paar Tage in Wien und habe mir ein schönes Kulturprogramm zusammengestellt. Da stand dann auch ein Konzert in der Hofburg auf dem Programm. Eigentlich hat mich nur der schöne Saal veranlasst ein Ticket zu erwerben. Dummerweise habe ich bei der Buchung zuwenig auf die dargebotene Musik geschaut. Das Konzert war nämlich eine regelrechte Touristenfalle. Die Musik war zwar recht, aber wenig anspruchsvoll und gehaltvoll - mehr so Unterhaltung. Mir ging während dem Konzert ein böses Licht auf. Diese Konzerte waren nur darauf konzipiert den Massen von Touristen auch am Abend etwas zu bieten. Die Leute kammen dann auch Carweise an das Konzert. Das Konzert wurde in 1 1/2 Stunden Raz Faz heruntergespielt, damit man schnell wieder in ein Kaffeehaus gehen konnte.

Donnerstag, 15. Oktober 2015

10 Jahre Aldi ohne meine Kundenliebe

Kurz nach der Eröffnung der Aldi Filiale nahm es mich wunder wie schrecklich diese Läden wirklich sind. Der Schock war so gross, dass ich in den letzten 10 Jahren diesen Läden fern blieb. Auf das Jubiläum hin habe ich mich durchgerungen Aldi wieder einen Besuch abzustatten. Das Resultat ist der Einkauf einer 2 kg Packung Corn Flackes. Das war die kleinste Packungsgrösse, die wird bei meinem Verbrauch für die nächsten Jahre genügen. Aldi wird mich darum erst zum 20 jährigen Jubiläum wieder begrüssen dürfen.

Montag, 12. Oktober 2015

Wiener Stadtwahlen: Der richtige Wahlsieg

Den Wienern kann nur gratuliert werden, dass sie nicht der rechtsextremen Hetzkampagne der FPÖ erlegen sind. Hart hat es in der Stadt der Kultur die Autopartei getroffen, die dort ÖVP heisst.

Montag, 4. Mai 2015

Ist Fisch immer gesund?

Liebes Theaterinteressierte
Fisch ist gesund, weil er leicht, reich an Proteinen, ungesättigten Fettsäuren und Spurenelementen ist. Einmal pro Woche Fisch empfehlen Ernährungsberater. Jeden Freitag wird darum in den Restaurants und Kantinen ein Fischmenü angeboten. Wegen der Überfischung der Weltmeere empfehlen einzelne Organisationen aber maximal einmal im Monat Fisch zu essen. Soweit die Situation heute. Im Jahre 1838 gab es noch so viele Fische, dass die armen Leute Lachs assen. Weil der Diener Rudolf als Koch einspringen muss und damit keine kulinarischen Eskapaden mehr möglich sind, befiehlt die Herrschaft fortan viel Fisch zu servieren. Rudolf als Fischhasser hat natürlich keine Freude. Missmutig kocht er für die drei „mehr oder minder dicken“ Heckendorfdamen einen doppelten Hecht. Dass der Darsteller des Rudolf in seinem ganzen Leben noch nie Fisch gekocht hat, spielt in diesem Zusammenhang keine grosse Rolle. Trotzdem ist nun schon fraglich wie die drei Seidenfabrikantinnen das Menü von Rudolf verdauen.
Besucher unser Theaterbeiz können aber beruhigt sein. Es gibt wegen der miserablen Kücheninfrastruktur kein Fischmenü und Rudolf steht auch nicht als missmutiger Koch in der Küche.

Dieses Jahr habe ich eine kleine Wettbewerbsfrage: Der Diener Rudolf erwähnt im Stück einmal etwas, das es im Jahre 1838 in der Schweiz noch nicht gab.

(Theaterproduktion 2015 des Theaterverein T-nünzg in Horgen)

Samstag, 11. Mai 2013

Min Fründ Arthur

Aufführung des Theater T-nünzg Horgen 2013

Nur wer das Chaos beherrscht hat Erfolg

Liebes Theaterinteressierte
Nach 30 Jahren Theaterspielen bin ich mich aller Hand gewohnt. Und so haben mich die Turbulenzen vor und während der Probenarbeit nicht gross beunruhigt. Angefangen hat alles sehr schön. Wir hatten vier spielbegeisterte Frauen und keinen Regisseur, dafür ein bombiges Stück. Nachdem man für die Regie eine interne Notlösung fand, begannen die Proben. Von den neun Rollen waren zu diesem Zeit sieben besetzt. Eine Rolle konnte durch Doppelbesetzung „eliminiert“ werden und die Letzte konnten wir kurz vor dem Probeweekend besetzen. Als Dreingabe verabschiedete sich eine Hauptdarstellerin mitten in den Proben per SMS. Durch gute Beziehungen in der Theaterszene konnte die Rolle glücklicherweise schnell neu besetzt werden.

Dieses Chaos zu leiten, konnten wir nicht einer externen Regie zumuten. So kam ich unverhofft zu meinem Regiemandat. Einen netten Nebeneffekt hat das Ganze schon noch. Auf 200 Plakaten im Dorf ist in grossen Lettern mein Name zu lesen. Einem Altpolitiker schlägt dabei das Herz schon höher. Dazu kommt, dass die wenigsten Zuschauer merken, wenn man als Regisseur Mist baut.

(Theaterproduktion 2013 des Theaterverein T-nünzg in Horgen) 

Mittwoch, 26. Mai 2010

Bonuszahlungen – oder wie komme ich einfach zu Geld

Liebes Theaterinteressierte
Das Thema Geld hat in den letzten Monaten grosse Wellen geworfen, sei es in der Bonustüte von Topbankern, oder bei den Staatsschulden von Griechenland oder bei den Reparaturkosten von BP für den Oelplattformunfall im Golf von Mexiko. So wollen wir natürlich mit unserer diesjährigen Produktion nicht im Abseits stehen. Im Gegensatz zum unverschämten Bonus von Brady Dougan über 71 Mio geht es in der schwarzen Komödie von John Patrick nur über einen Betrag von 1 Mio. Aber bei beiden geht es um die menschliche Gier und die Frage zu was sind Leute bereit um an Geld zukommen. Beim CS Konzernchef ärgern sich bereits Bankkaderleute über diese Abzockerei, beim kleinen Verbrechertrio in „Jeder liebt Opal“ geht es hingegen ums Überleben oder mindestens um ein einfaches sorgenfreies Leben.

Das Verbrechertrio ist wieder mal völlig blank. Und nachdem die Polizei ihren illegalen Parfümverkauf ausgehoben hatte, versiegte auch diese Geldquelle. Auf der Flucht vor der Polizei treffen Gloria, Brad und Arturo nacheinander bei Opal auf. Die Lotterbude von Opal, weit ab von anderen Häusern, erweist sich als ideales Versteck. Ja und hier kommen sie auf verschiedene abstruse Idee, wie sie einfach an Geld kommen. Nur rechnen sie dabei nicht mit der menschlichen Güte von Opal. „Die alte Hexe“, wie sie Arturo bezeichnet, bringt die Pläne des Verbrechertrios immer wieder durcheinander und so nimmt die Geschichte ein unerwartetes Ende.

(Theaterproduktion 2010 des Theaterverein T-nünzg in Horgen "Jeder liebt Opal"