Samstag, 7. September 2024

800 Kühlschränke auf Autobahnen

Nun ist die Gluthitze in unseren Breitgraden bereits wieder am Ende. Zeit, um über die 30 Grad warmen Tage Bilanz zu ziehen. Viele werden sich über die zunehmende Anzahl von Klimaanlagen kaum Gedanken machen. Es gibt aber in unserem Land kaum Züge, Einkaufszentren oder Grossraumbüros, die nicht klimatisiert sind. Auch neue Busse und Autos sind mit diesem technischen Gerät ausgerüstet. Dass diese Anlagen eine Unmenge an Strom fressen, ist wohl den wenigsten bewusst. Störend ist im Zusammenhang mit diesen Kältemaschinen nur, dass die Temperatur in diesen Räumen der Art tief eingestellt ist, dass man bei längerem Aufenthalt eine Faserpelzjacke anziehen muss. Man kann auch getrost mit einem Softeis in einen Zug einsteigen, und muss nicht befürchten, dass einem das Eis in Sekunden den Arm herunterläuft, und den Boden versaut. Man wähnt sich regelrecht in einem fahrenden Kühlschrank.

Wie kalt es in den einzelnen Autos war, wollen wir jetzt nicht im Detail wissen, sonst beginnt wieder das Geschrei von Ökoterror, Polizeistaat, Überwachungswahnsinn und was es sonst noch für üble Ausdrücke gibt. Auch Wohnungen werden zunehmend mit Klimaanlagen ausgerüstet.
In einem Land mit hoher Kaufkraft ist der Trend zu einer zunehmenden Klimatisierung hin sicher dem steigenden Komfortbedürfnis zuzuschreiben, andererseits nehmen die Durchschnittstemperaturen im Zuge der Klimaerwärmung ebenfalls zu.

Anstatt sich für die nächste Saison im Sommerschlussverkauf ein Klimagerät anzuschaffen, wären vielleicht Alternativen ins Auge zu fassen. Für Weinliebhaber würde sich ein mehrwöchiger Aufenthalt im Weinkeller bei 18 Grad anbieten. Wem das etwas zu trist und beengend ist, müsste vielleicht auf weitläufige bergmännisch erstellte Elektrozentralen in Strassentunnel ausweichen. Hier kann sogar eine konstante Temperatur von 12 Grad angeboten werden. Aber Achtung, bei Tunnels mit einer grossen Überdeckung, wie z.B. dem Gotthardstrassentunnel, muss wegen der Erdwärme mit 35 Grad gerechnet werden. Für die ganz Sparsamen kann das Bundesamt für Strassen ASTRA schweizweit auch 800 Elektroräume ausserhalb von Tunnels anbieten. Wegen den elektronischen Steuerungen sind diese auf durchschnittlich 26 Grad gekühlt. Gegenüber 32 Grad scheint das immer noch kühl. Interessenten melden sich gerne bei einen der 43 Autobahnwerkhöfe an. Wer wegen dem hohen Stromverbrauch trotzdem noch Bedenken hat, dem sei versichert, dass dazu nur erneuerbare Energie eingesetzt wird.

Dass Klimageräte auch für unsinnige Anwendungen eingesetzt werden, beweisen die Araber. Die bringen es zum Beispiel fertig, am Badestrand von Dubai direkt neben der Sonnenliege mobile Klimageräte aufzustellen. Gut, man kann zu bedenken geben, dass die Vereinigten Arabischen Emirate kein Energieproblem und unendlich Geld haben. Das Unschöne dabei ist, dass trotz langer Sonnenscheindauer 95% der elektrischen Energie in diesem Land mit Gas produziert wird.

P.S. Wer sich beruflich mit der Kühlung im Bereich der Nationalstrassen beschäftigt, dem sei die neue ASTRA Richtlinie 13009 Heizung-Lüftung-Klima zur Lektüre wärmstens (oder sagt man kältestens?) empfohlen.

Sonntag, 21. Juli 2024

Autobahn verschwunden!

 


Am Freitagabend, 21. Juni 2024, sind 200 Meter der vierspurigen Autobahn A13 zwischen
Lostallo und Mesocco verschwunden. Sie wurde weder Opfer eines Diebstahles noch als
Protestaktion von Klimaaktivisten entfernt. Könnte es jedoch die Rache der Moesa sein,
weil man ihr beim Autobahnbau in den 70-er Jahren das Flussbett gestohlen hat?

Nein, die Moesa führte die 20-fache Menge an Wasser als üblich und hat die Strasse
einfach weggeschwemmt. Einzig der Elektrokabelrohrblock auf der vom Fluss
abgewandten Seite überstand die Katastrophe. So waren weder die Glasfaserverbindung
der beiden Werkhöfe Thusis und Camorino noch weitere Transitverbindungen
unterbrochen. Nur mit etwas Glück waren keine Autos auf dem betroffenen Abschnitt, als
die Strasse verschwand. Als Mahnmal sah man in den Medienbildern über mehrere Tage
hinweg nur noch die Leitplanken, welche wie eine Wäscheleine über den Fluss hingen.

Abgesehen von den heroischen Taten des Bundesamtes für Strassen ASTRA, welches es
innert 14 Tagen geschafft hat, wenigstens zwei Spuren wieder zu öffnen, stellt sich eine
ganz andere Frage: Wie hätten sich autonom fahrende Fahrzeuge bei diesem Ereignis
verhalten? Also nur vorneweg: die weissen Randlinien waren ebenfalls verschwunden. Die
Spurführung der Wagen verschiedener Hersteller basiert genau auf diesen Leitlinien.
Es braucht nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, dass diese hochintelligenten Autos
einfach stehen bleiben. Nur zur Erinnerung: Automatisiertes Fahren Level 5 heisst
Autonomes Fahren! Keine Person im Auto muss sich mit der Fahraufgabe befassen. Das
Fahrzeug übernimmt sämtliche Fahrfunktionen.

Also nehmen wir mal an, ein Kind sitzt auf dem Schulweg alleine in einem Level 5 Auto
und fährt von Lostallo nach Mesocco. Und nun? Soll das Kind die Fahraufgabe
übernehmen, weil das dumme Auto mit dieser Ausnahmesituation nicht zurechtkommt?
Die Fantasten von der Automobilindustrie und den IT-Firmen wollen ja in einem Level 5
keine Steuerrad mehr einbauen. Kreative Ideen sind also gefragt. Automatisierte Fahrzeug
mit eingebauten Wassersensoren, hätten die Situation sauber erfasst und das Auto in ein
Amphibienfahrzeug umgewandelt. Ob das angesichts der Wasserfluten (700 m3/h anstelle
von 35 m3/h) eine schlaue Idee wäre, mag angesichts der in den Medien gezeigten
Bildern, mit planlos herumschwimmenden Autos zu bezweifeln sein…
Schon eher müsste man sich an die Umwandlung in eine Flugauto überlegen. Nur die auf
Flugtaxis spezialisierten Unternehmen tun sich schwer mit serientauglichen Lösungen,
und haben deshalb immer wieder finanzielle Probleme. Zudem sind ihre Flugtaxis
superleicht, die auf Schweizer Strassen fahrenden Autos sind aber superschwer. Wie das
also technisch gehen soll, erschliesst sich einem nicht auf Anhieb.

Irgendwie fühlt man sich bei der ganzen Diskussion um das Automatisierte Fahren in die
Hochkonjunktur der Sience Fiction Filme der 70-er und 80-er Jahren zurückversetzt. Was
aus den verschiedenen Hirngespinsten geblieben ist, wissen wir ja.
Träumt weiter!

Dienstag, 18. Juni 2024

Autonummer ZH 999 999

 

Dass es zu viele Autos auf den Strassen hat, darüber ist man sich einig. Weniger einig ist man sich, wer jetzt verzichten muss, damit das System nicht kollabiert. In einzelnen Kantonen wird in den nächsten Jahren die Zahl der immatrikulierten Fahrzeuge die Grenze von 1'000'000 überschreiten. Anstatt zu überlegen, wie man die Anzahl Autos reduzieren könnte, wird krampfhaft versucht, sieben Ziffern auf das Nummernschild zu quetschen oder irgendwelche anderen akademischen Nummerierungssysteme herauszutüfteln. Doch das ist komplett der falsche Ansatz. Wenn schon ein neues Nummerierungssystem hermuss, sollte man doch die Chance nutzen, die Fahrzeuge selektionieren zu können. Dazu gäbe es verschiedene spannende Kriterien, z.B. wie wurde das Auto finanziert oder wie ist das Nutzungsverhalten. Mit einer «sprechenden» Nummer könnten dereinst Fahrverbote verhängt werden, wie sie für die Reduktion der Feinstaubbelastung in einzelnen Städten in der Vergangenheit immer wieder angewendet wurden. Hier nun schon mal ein Vorschlag dazu:
Erste Ziffer eine Neun: Das Auto ist auf Pump gekauft. Ist die zweite Ziffer auch eine Neun, erfolgte die Finanzierung mit einem Kleinkredit.

Erste Ziffer eine Acht: Die Gelder für die Anschaffung dieses Fahrzeuges stammen aus undurchsichtigen Quellen. Ist die zweite Ziffer eine Acht, wurde das Auto mit Drogengeldern erworben.

Erste Ziffer eine Sieben: Dies steht für einen SUV. Wenn das hunderttausendste Fahrzeug eingelöst ist, wird es ein regelrechtes Gerangel um die freien Nummern geben. Vielleicht muss man sich dereinst auf eine Warteliste setzen, wie das in den Oststaaten jahrelang der Fall war oder wie es auch für Bootsplätze in den meisten Schweizer Seen immer noch Realität ist.

Erster Ziffer eine Sechs: Sechser im Lotto. Das Auto ist mit einem Lottogewinn finanziert worden.

Erste Ziffer eine Fünf: Hier sind Vorschläge hoch willkommen.

Erste Ziffer eine Vier: Das Auto wurde von lebenden und toten Verwandten finanziert.

Erste Ziffer eine Drei: Es handelt sich um einen Drittwagen.

Erste Ziffer eine Zwei: Es handelt sich um einen Zweitwagen.

Erste Ziffer eine Eins: Das Auto wird nur einmal im Jahr für den Transport der Geranienkisten der Schwiegereltern gebraucht.

Die Verkehrsmeldungen könnten in Zukunft dann etwa so lauten: «Stau auf der Autobahn A1 zwischen Kirchberg und Verzweigung Schönbühl. Die besagte Strecke darf nur von Fahrzeugen mit der ersten Ziffer des Kennzeichens Eins, Vier und Sechs befahren werden.»

Sonntag, 28. April 2024

Not-Schnellladestationen

 


Für die Dekarbonisierung der Fahrzeugflotte braucht es dringend zusätzliche Ladestationen. Besonders im öffentlichen Raum, wie z.B. in Miet- und Geschäftsliegenschaften, mangelt es an Ladepunkten. Der Nationalrat hat darum einen Kreditrahmen von CHF 120 Millionen für die Unterstützung von Ladestationen in Mietliegenschaften ins CO2-Gesetz aufgenommen.

Auf Nationalstrassen hat das Bundesamt für Strassen begonnen, die selten benutzten SOS-Notrufsäulen mit einem Elektroschnelllademodul auszurüsten. Die orangen Notrufsäulen, die alle zwei Kilometer platziert sind, gaben amtsintern schon verschiedentlich Anlass zur Diskussion. Da heute fast alle ein Handy haben, werden diese SOS-Rufstellen nur ganz selten benutzt. Besonders im Tunnel wäre aber die Benutzung der Notruftelefone in den SOS-Nischen überlebenswichtig. Löst doch dort ein Anruf oder eine Entnahme des Feuerlöschers einen Alarm aus, aktiviert die Kameras an diesem Standort und schaltet die Warnsignalisation ein. Im Falle eines Handyanrufs ist eine Ortung des Hilfesuchenden nicht möglich und die automatische Alarmaufschaltung kann nicht erfolgen.

Über die Notwendigkeit für SOS-Rufstellen ausserhalb von Tunnels kann man sicher diskutieren. Mit dem Einbau von Schnellladestationen werden diese Rufstellen nun eine neue Bestimmung erhalten. Wer mit seinem Elektroauto unterwegs ist, und auf einmal merkt, dass die Batterien nahezu leer sind, kann nun ganz beruhigt an die nächste Notrufsäule fahren. Nach einem Anruf bei der Polizei über die eingebaute Sprechplatte, wird diese die Säule für den Ladevorgang freischalten. Im Ständer der Notrufsäule befindet sich schon heute ein Türchen, dieses öffnet sich nun nach der Freischaltung und ein Ladekabel kommt zum Vorschein. Damit eine Schnellladung möglich ist, werden die Säulen mit einem Solarpanel und einer Batterie ausgerüstet.

Da die Umrüstung der grossen Anzahl Notrufsäulen nicht ganz billig ist, fallen entsprechend hohe Strombezugskosten an. Diese werden direkt der Kreditkarte des Anrufenden belastet, die man vor der Freischaltung der Polizei angeben muss. Falls der Pannenstreifen als Fahrspur benutzt wird, kann die Säule aus Sicherheitsgründen natürlich nicht benutzt werden.

P.S. Zugegeben, nur Techniker*innen haben gemerkt, dass diese Geschichte ein völliger Unsinn und technisch gar nicht realisierbar ist. Es muss sich niemand schämen, der jetzt auf diesen Schwachsinn hereingefallen ist. Es zeigt aber, wie wichtig es ist, dass seriöse Medien mit gut recherchierten Informationen die Bevölkerung informiert.

Samstag, 23. März 2024

Tunnelzentrale mit Seeanstoss

 

Die Älteren werden die Walenseeautobahn noch als Qualenseeautobahn kennen. Während
der Wintersaison kam es regelmässig zu massiven Staus, weil die Strecke nur zweispurig
war und durch die Dörfer führte. Erst mit dem Bau des Kerenzerbergtunnels beruhigte
sich die Situation. Aber dafür wurde es auch in der ehemaligen Raststätte, zwischen
Murg und Weesen, die für Poulet im Chörbli berühmt war, ruhig - zu ruhig. In der Hochblüte
fand man beim Mövenpick-Restaurant fast keinen Parkplatz. So kennen viele das Restaurant
direkt am Walensee nur vom Vorbeifahren. Über das, sich mittlerweile im Privatbesitz
befindende, langsam verfallende Betongebäude, haben sich schon Viele gewundert,
was da eigentlich abgeht. Doch das ist eine andere brisante Geschichte, um die es
hier nicht geht. Sondern es geht um ein unscheinbares Betriebsgebäude ganz in der
Nähe.
Als in den Jahren 2004-2010 alle Elektrotechnischen Anlagen ersetzt werden mussten,
wurden in diesem Zuge sechs neue Elektrozentralen für die Tunnels zwischen Murg und
Weesen gebaut. Unmittelbar nach der Raststätte Walensee war die Elektrozentrale Standenhorn
direkt im See geplant. Also nicht eigentlich im See, sondern mit einer Pfahlbauweise
auf einer Landzunge. Es wäre die erste Tunnelzentrale mit einem Seeanstoss geworden.
Als das Amt für Umweltschutz des Kantons Glarus von diesem Projekt erfuhr, tobte
es. Das sei eine Verschandelung der Landschaft und eine Zerstörung der Ufervegetation.
Die beteiligten Ingenieure hegten durchaus Sympathie für den Natur- und Landschaftsschutz,
aber was bei diesem Projekt zerstört werden sollte, erschloss sich ihnen nicht
ganz. Die Ufervegetation war abgeschnitten und hatte keine Verbindung zu anderen Naturräumen,
zudem bestand der Uferabschnitt nur aus mickrigen Erlen und einem mit Sagex,
PET-Flaschen und anderem Müll bedeckten Boden. Landschaftlich war nach dem Bau
der Walenseeautobahn in den 60er Jahren direkt am Ufer zudem nichts mehr zu verbessern.
Da Ingenieure lieber bauen als streiten, entschied man sich für einen anderen Standort.
Auf der gegenüberliegenden Strassenseite fand man einen Platz zwischen Autobahn und
Felswand. Der neue Standort hatte zudem den grossen Vorteil, dass man über den Veloweg
das Material anliefern konnte. Beim alten Standort hätte man dazu jedes Mal eine Autobahnspur
sperren müssen, ein heute unvorstellbares Szenario. So muss man dem Leiter
des Amtes für Umweltschutz danken. Leider hatte er aber für den Natur- und Landschaftsschutz
nichts erreicht - sprich Ersatzmassnahmen. Heutige Berufskollegen sind da vifer
unterwegs. Und so wurde also nichts aus der ersten Tunnelzentrale samt Seeanstoss.
P.S. Da die Causa Café Walensee noch nicht zu Ende ist, wird diese vielleicht ein Thema
für eine spätere Kolumne sein.

Sonntag, 17. Dezember 2023

Neus Wellnessangebot auf Nationalstrassen


Wir stehen Mitten in der die diesjährigen Wellnesssaison und die Anbieter buhlen um die Gunst der Kundschaft. In den letzten Jahren hat auch das hinterste und letzte Hotel eine Sauna oder einen Whirlpool eingerichtet und da möchte natürlich das ASTRA nicht hintenanstehen. Zwar kann das ASTRA ausser ein paar feuchten und quietschenden Betten in Gefängniszellen von Autobahnwerkhöfen keine Unterkünfte anbieten, aber für ein Tages-Spa-Erlebnis hätte wir doch einiges zu bieten. Denn in den 800 Elektrotunnelzentralen, die wegen der Steuerungselektronik dauernd gekühlt werden müssen, fallen nämlich durchschnittlich je 10 kW Abwärme an. Diese Energie reicht
längstens aus, um mehrere Whirlpools auf angenehme 38 Grad zu heizen. Doch stehen diese Zentralen naturgemäss aufgrund des Autobahnlärms und Staubs nicht gerade an attraktiver Lage. Für das Aufstellen eines Whirlpools reicht es aber trotzdem, denn vor lauter Wasserdampf nimmt man die Nationalstrasse gar nicht mehr wahr. Da die meisten Dächer der Zentralen mit Kies eingedeckt sind, kann auch eine exklusive Hotstone-Therapie angeboten werden. Durch die Nutzung der Abwärme kann das ASTRA auch einen attraktiven Eintrittspreis anbieten.

Aber als eigentlicher Hotspot können die Wellness-Zentralen Göschenen und Airolo empfohlen werden. Dort werden in Zukunft je 400 kW Abwärme aus den unterirdischen Elektrozentralen des Gotthard-Strassentunnels anfallen. Im Zuge der Erstellung der zweiten Gotthardröhre werden diese beiden riesigen Wellnessoasen bei den entsprechenden Werkhöfen entstehen.

Des weiteren hat das ASTRA-Stromsparteam unzählige Elektroräume gefunden, die im Winter gut und gerne 27 Grad warm sind. Diese kleinen Räume könnten als Wärmekammern angeboten werden, gut, auch hier ist die Lage im Fundament einer Brücke nicht gerade attraktiv, aber dafür ist der WLAN-Empfang durch das interne Netzwerk sehr leistungsstark.

Sollte eine Strommangellage auftauchen, kann man unbesorgt sein, denn durch die unterbruchsfreie Stromversorgung kann die Wellnesszone trotz restriktiven Auflagen des Bundes weiter betrieben werden – wenigstens für eine Stunde, nachher sind die Batterien leer. Sollte jemand Bedenken betreffend des Stromverbrauchs haben, dem sei versichert, das ASTRA bezieht nur 100% «Wasserstrom Schweiz» und ein ganz kleiner Teil wird auch schon mit eigenen Photovoltaikanlagen produziert. Für eine grössere Unabhängigkeit prüft das ASTRA das Potential von Geothermie in Tunnels.

Wer das Angebot nun etwas dürftig findet, dem können wir die im Zuge der neuen Strategie zur Behandlung der Strassenabwässer erstellten Klärbecken anbieten. Diese Öl-Schlammbäder mit feinen Anteilen von Russpartikel, Pneuabrieb, Mikroplastik und Sand sind eine Wohltat für die Haut. Durch die riesigen Becken ergibt sich ein grosses Platzangebot. Auf dem Pannenstreifen stehen Gratisparkplätze zur Verfügung.

Die ASTRA Wellness Resorts von beeindruckender Eleganz und Schönheit warten auf Ihren Besuch und stehen Ihnen mit zusätzlichen Angeboten zur exklusiven Verfügung. Für Ihre kostbare Zeit bieten wir Ihnen die Möglichkeit, Entspannung zu finden und effizient etwas für Ihre Gesundheit zu tun.

Sonntag, 10. September 2023

5-Stern Autobahn

Den Wenigsten wird bekannt sein, dass die Nationalstrassen in drei Klassen eingeteilt sind. Wobei diese Klassen nicht vergleichbar sind mit denen der Eisenbahnwagons. Die Nationalstrassen 1. Klasse sind zwar breiter, richtungsgetrennt und verfügen über min destens 4 Spuren. Die Fahrbahn ist aber nicht gepolstert wie die Sitze in der Nobelklasse der Bahn, dafür kostet die Benutzung wie bei den anderen
Nationalstrassenklassen läppische 40 Franken im Jahr.

Die Nationalstrassen 2. Klasse sind ebenfalls nur für Motorfahrzeuge zugänglich, das Kreuzen dieser Strassen kann aber höhengleich erfolgen. Die 3. Klasse bei der Eisenbahn, die bis 1956 bestand, wurde als Holzklasse bezeichnet. Die Holzklasse bei der Auto bahn ist für den gemischten Verkehr vorgesehen. Hier müssen die Autofahrer die Strasse mit Traktoren und Fahrrädern teilen, dafür sind sie „gratis“, d.h. nicht vignettenpflichtig.

Da nun heute anscheinend alle Dienstleistungen bewertet werden müssen, entschied die «Permanent International Association of Road Congresses (PIARC)» die Autobahnen weltweit nach einem einheitlichen Bewertungsschlüssel zu benoten. Es sollten aber nicht
die Strassenbenutzer auf Sozialen Plattformen analog von Tripadvisor oder Google eine Bewertung abgeben können, denn diese Kommentare entbehren jeder Seriosität und jedem Anstand. PIARC, auch bekannt als der Weltstrassenverband, hat sich ein erfahrenes Bewertungsgremium zur Seite gestellt, das aus einem verurteilten Fahrer mit Fahre rflucht oder einem Serien Gegenfahrer, einem Fahrer ohne Führerschein, einem zwei Monate alten Baby, Santa Barbara und dem Göttlichen Merkur besteht. Die
Bewertung erfolgte nach dem Hotelsterne System.

Den 1. Stern gibt es, wenn alle 5 km nur ein Schlagloch auftritt und Tunnels auch Notausgänge haben.

Den 2. Stern gibt es für Abschnitte, die keine Raststätte mit einem Fastfood Restaurant haben.

Der 3. Stern wird Abschnitten vergeben, bei denen pro Streckenkilometer jährlich nur 800 kg Abfall von den Stra ssenrändern eingesammelt werden muss.

Mit dem 4. Stern kann eine Autobahn rechnen, wenn nicht mehr als 60% der Streckenlänge die Sicht auf die Landschaft durch Lärmschutzwände verbaut oder 50% der Lärmschutzwände mit Photovoltaikanlagen belegt sind.

Den 5. und letzten Stern gibt es für eine während 24h garantierten Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h. Sollte dereinst autonomes Fahren möglich sein, könnte dem entsprechenden Streckenabschnitt der 6. Stern verliehen werden.

P.S. In der italienischen Übersetzung bekommt der Titel noch eine politische Komponente. Die Partei „Cinque Stelle“ aus Italien hat sich nach dem Einsturz der Morandibrücke in Genova mit seinem Regierungspartner gestritten. Sie wollte der privaten Autobahngesellschaft, resp. deren Hauptak tionär Benetton, die Konzession sofort entziehen. Auf alle Fälle hat die Autobahnbetreiberfirma Autostrada per l’Italia für ihre Unterhaltspolitik keine fünf Sterne verdient.