In seinem Manifest „Vers une architecture“ schrieb Le Corbusier 1927 „Ein Haus ist eine Maschine zum Wohnen“. Die Industrie scheint dieses Manifest gar wörtlich zu nehmen. Werden doch alle möglichen und unmöglichen Haushaltsgeräte ans Internet angeschlossen, für was wissen die Götter oder Le Corbusier. Einmal ans Internet angeschlossen, versucht man dann krampfhaft Bedürfnisse zu schaffen. So wird einem in der Werbung vollmundig die Bedienung der Kaffeemaschine vom Sofa aus schmackhaft gemacht. Ja schön und wer bringt mir den fertigen Kaffee bitte? Das Internet? Oder die Waschmaschine. Es ist ja schön, dass ich diese über das Handy programmieren kann, notabene, nachdem ich dieses nach langem Suchen in der ganzen Wohnung wieder gefunden habe. Aber wer trägt nun die Wäsche in den Keller und füllt anschliessend die Maschine? Das Internet?
Beim Kühlschrank hat der deutsche Haushaltsgerätehersteller Miele auch Zukunftspläne. So stellt sich Miele vor, dass ein junges Pärchen am Fernsehen eine Kochsendung anschaut. Möchte es das gezeigte Menü gerade kochen, wählt es dieses im Fernsehen aus. Dieser sendet dem Kühlschrank über das Internet die Zutaten, letzterer vergleicht die Zutaten mit seinem Vorrat und bestellt die fehlenden Lebensmittel bei einem OnlineHändler, der dann nach etwa einer halben Stunde liefert. Kochen muss man aber immer noch selber.
Da ich Kochsendungen nicht ausstehen kann, muss sich die Industrie aber schon schlauere Szenarien ausdenken. Für mich muss sich der Kühlschrank schon etwas aktiver zeigen, er kann nicht einfach faul in der Küchenkombination stehen und auf den Nachschub warten. Er muss schon selber den Weg unter die Räder nehmen und den Einkauf tätigen, das wäre sowieso besser, dann wäre die Kühlkette nicht unterbrochen. Ich hoffe nur die Softwareentwickler denken daran, dem selbstfahrenden Kühlschrank auch die Verkehrsregeln beizubringen. Auf der Strasse wird er nämlich noch weiteren selbstfahrenden Haushaltsgeräten begegnen. Bei der Ausfahrt aus der Tiefgarage flitzt gerade der fahrende Backofen des Pizzaservice vor seiner Nase durch. An der Kreuzung wartet vor ihm die selbstfahrende DHL-Box, bis die selbstfahrende Medikamentenbox der Post die Kreuzung freigibt. Schön in der Kolonne mit anderen selbstfahrenden Kühlschränken geht es Richtung Supermarkt. Kurz vor dem Einbiegen in den Parkplatz muss er noch dem selbstfahrenden Staubsauger, der neue Staubbeutel besorgen muss, den Vortritt lassen. Nachdem der Kühlschrank durch den Supermarktroboter beladen wurde, fährt er wieder zurück. Bei der Ausfahrt aus dem Parkplatz begegnet er einem selbstfahrenden Drucker, der gerade neue Tintenpatronen besorgt hat. Zusammen mit der selbstfahrenden Kaffeemaschine, die frische Kaffeebohnen gekauft hat, fahren sie zurück in die Wohnung.
Völlig erschöpft von diesen Strapazen, laden sich die selbstfahrenden Haushaltsgeräte an der Steckdose auf und überlegen sich, wie man dieses Verkehrschaos lösen könnte.
Satirische Verehrsmeldungen von Nationalstrassen, Autobahnen und sonstigen Strassen
Donnerstag, 13. April 2017
Freitag, 3. Februar 2017
Wellness für das Auto
Kürzlich liegen zwei Autos in einem
Honigwachs-Entspannungsbad eines Wellnesshotels. Während eine
Mitarbeiterin Strassenbordblüten in das Bad streut, philosophieren
die beiden Autos was wohl der Unterschied zwischen einer Wellnessoase
und einer Autowaschanlage sei. An beiden Orten gibt es eine Fülle
von Behandlungsmethoden, wobei das teuerste Programm bei den Autos
auf 56 Franken zu stehen kommt, muss man, oder besser gesagt frau,
für eine Schokoladen-Ganzkörpermassage- und Peeling leicht 190
Franken hinblättern. Schnell war man sich einig, dass es Leute gibt,
die eine Wellnessoase noch nie von innen gesehen haben, so wie es
auch Autos gibt, die eine Autowaschanlage nur vom Hören sagen
kennen.
Doch es ist wohl für ein Auto weniger
ratsam eine Wellnessoase zu besuchen. Man kann sich nämlich schlecht
vorstellen, dass sich Autos im Whirlpool räkeln und die
Himalaya-Salz-Lösung geniessen. Auch von einer Hot-Stone-Massage ist
dringend abzuraten, ausser man will wieder mal ein neues Auto und die
teure Vollkasko mit der Hagelversicherung soll sich einmal auszahlen.
Aber eine Fusswaschung mit anschliessender Rosenblütenpackung könnte
ich mir für die Felgen durchaus vorstellen. Eine
Fussreflexzonenmassage ist dann hingegen herausgeworfenes Geld.
Umgekehrt sei aber von einem
persönlichen Besuch einer Autowaschanlage ohne Schutzanzug dringend
abgeraten. Denn gegen die Kunststoffbürsten ist das Durchqueren
eines Dornengebüsches die reinste Wohltat. Auch die Wasserdüsen
sind alles andere als eine feine Regendusche, der Druck ist nämlich
so hoch, dass es einem die Kleider vom Leibe reissen würde – gut
dafür ist man dann sauber.
N.B. Dass diese Geschichte vielleicht
nicht ganz der Wahrheit entspricht, könnte an meinen diesbezüglich
wenigen Erfahrungen mit Autowaschanlagen liegen. So geschah es, dass
ich mit dem Geschäftsauto meines früheren Arbeitgebers in die neue
Waschanlage an meinem Wohnort fuhr. An der Kasse war ich dann von der
Vielzahl der Waschprogramme leicht überfordert. Zum Schluss wählte
ich einfach das komplette Programm, um auf der sicheren Seite zu
sein. Was dann geschah, begeisterte sogar mich als
Nichtautofetischist. Zuerst wurde gratis Kaffee und Gipfeli gereicht,
anschliessend konnte man gemütlich und ganz im Trockenen entlang der
Waschanlage laufen und durch die Glasscheibe sein Auto beim Waschen
zuschauen. Ganz entzückt stieg ich am Ende in das frisch geföhnte
Auto.
Weniger entzückt war dann anderntags
die Assistentin, als sie die Quittung in meiner Spesenabrechnung
entdeckte…
Samstag, 3. Dezember 2016
Der Weihnachtsmann ist ein Raser
Mit
dem Weihnachtsmann müsste man regelrecht erbarmen haben. Gibt es
doch weltweit zwei Milliarden Kinder. Da er nur christliche Kinder
bedient, reduziert sich seine Kundschaft auf 378 Millionen Kinder.
Bei einer durchschnittlichen Kinderzahl von 3,5 pro Haushalt ergibt
das 91,8 Millionen Häuser. Wir nehmen an, dass in jedem Haus
mindestens ein braves Kind lebt. Der Weihnachtsmann hat einen
31-Stunden-Weihnachtstag, bedingt durch die verschiedenen Zeitzonen,
wenn er von Osten nach Westen reist. Damit ergeben sich 822,6 Besuche
pro Sekunde. Somit hat der Weihnachtsmann für jeden christlichen
Haushalt mit braven Kindern 1/1000 Sekunde Zeit für seine Arbeit:
Parken, aus dem Schlitten springen, den Kamin hinunterklettern, die
Socken füllen, die übrigen Geschenke unter dem Weihnachtsbaum
verteilen, alle übriggebliebenen Reste des Weihnachtsessens
vertilgen, den Kamin wieder hinaufklettern und zum nächsten Haus
fahren. Angenommen, dass jeder dieser 91,8 Millionen Stopps
gleichmässig auf die ganze Erde verteilt sind, erhalten wir nunmehr
1,3 km Entfernung von Haushalt zu Haushalt, eine Gesamtentfernung von
120,8 Millionen km. Das bedeutet, dass der Schlitten des
Weihnachtsmannes mit 1040 km pro Sekunde fährt. Damit er diesen
Marathon schnell absolvieren kann, wird er in der Schweiz die
Autobahnen benutzen. Doch wenn er mit 3'744'000
km/h von
Osten nach Westen durch die Schweiz fährt, wird er unzählige Male
von Geschwindigkeitsmessanlagen erfasst. Da der Weihnachtsmann in der
Deutschschweiz ein Ausländer ist und seine Arbeiten normalerweise
durch das Christkind erledigt werden, wird er mit der ganzen Härte
des Gesetzes bestraft. Wer mit über 200km/h auf der Autobahn fährt,
fällt unter die Raserstrafnorm. Mit 3'744'000 km/h hat der
Weihnachtsmann die Höchstgeschwindigkeit um das 31'200 fache
überschritten. Damit wird er gemäss Strassenverkehrsgesetz Art. 90,
Abs. 3 mit einer Freiheitsstrafe von vier Jahre bestraft.
Da
der Weihnachtsmann nächstes Jahre keine Geschenke mehr bringen kann,
müssen wir dann unseren Kindern erklären, wieso er stattdessen im
Gefängnis sitzt.
Samstag, 22. Oktober 2016
Herrscht auf dem Mars Linksverkehr?
Im Hinblick auf die Besiedelung des
Mars scheint mir diese Frage äusserst wichtig zu sein. Noch heute
spaltet der Links-/Rechtsverkehr die ganze Welt. Zwar haben viele
ehemalige englische Kolonien in den letzten Jahrzehnten auf
Rechtsverkehr umgestellt, doch in Australien, Südost-Asien,
Südafrika und Grossbritannien fahren die Autos immer noch links.
Dass die Besiedelung des Mars kein
Hirngespinst ist, beweisen potente private Projekte. So plant der CEO
von Tesla, Elon Musk, mit seiner Firma SpaceX Technologien für die
Besiedelung des Mars zu entwickeln. Oder das durch Realityshows
finanzierte Projekt “Mars One“ aus den Niederlanden, bei dem bis
im Jahre 2027 eine Siedlung für 100 Personen eingerichtet werden
soll. Bis jetzt haben sich 200’000 Lebensmüde für diesen One Way
Trip beworben. Damit wir im Jahre 2027 kein Verkehrschaos auf dem
Mars haben, sollte neben den Fragen von Materialtransport,
Beschaffung von Nahrung oder Einfluss der Schwerelosigkeit auf den
menschlichen Körper, die Frage des Verkehrsregimes gelöst werden.
Doch auch auf der Erde erhitzt der
Links- oder Rechtsverkehr und Links und/oder Rechtsüberholen die
Gemüter, so auch bei meinem Nachbarn. Er gehört zu den
Zeitgenossen, die sich mit den Verkehrsregeln nicht ganz abfinden
können und das Rechtsüberholverbot in der Schweiz zum Teufel
wünschen – natürlich auch die Geschwindigkeitsmessanlagen. Seit
er mit seiner Familie vier Wochen in den USA mit einem Mega-Camper
unterwegs war, quatscht er mir dauernd den Kopf voll, und schwärmt
über die Amerikaner und ihr Verkehrssystem: Ruhiges Fahren,
Rechtsüberholen, 16 spurigen Autobahnen, weniger Verkehrsschilder,
Car-Pool-Lane, Roadprice-Lane. Meine Bemerkung, dass die beiden
Länder doch nicht miteinander vergleichbar sind, ging in seinem
Redeschwall regelrecht unter.
Zurück zum Linksverkehr auf dem Mars.
Zugegeben, die Peitschen der Kutscher in den engen Londoner Strassen
des 19. Jahrhunderts, vor denen man mit dem Linksverkehr die
Fussgänger schützen wollte, sind wohl auf dem Mars nicht mehr
relevant. Auch die Eisenbahn kann heute auf dem linken wie auf dem
rechten Geleise fahren, obwohl weltweit, die meisten Bahnen noch
generell Linksverkehr kennen.
Trotz alledem, wäre es natürlich
dumm, wenn das Steuerrad des ersten Marsfahrzeuges auf der falschen
Seite montiert würde, und ich mit meinem Nachbarn unliebsame
Diskussionen führen müsste.
Freitag, 5. August 2016
Apéro mit selbstfahrenden Autos
Kürzlich sassen zwei selbstfahrende
Autos an einer Bar und tranken ein Glas Benzin. Sie beklagten sich
bitterlich über die „Gute alte Zeit“ als sich die
Autofahrerinnen und vor allem die Autofahrer um sie noch liebevoll
kümmerten. Heute sind sie nur noch Nutzfahrzeuge, die meistens nicht
im Besitz des Autobenutzers sind. Sie gehören zu einem Wagenpark von
Zipcar, DriveNow, Car2Go oder Mobility und haben eine ID, genauer
gesagt eine IP-Adresse und sind Teil von „Internet der Dinge“.
Dabei sind sie nicht irgendein Ding sondern ein stolzes
Industrieprodukt mit 130 jähriger Tradition. Dieses hatte man noch
schön an Ausstellung angepriesen und die schnittige Form und
Ausstattung des Motors gelobt. Heute haben alle diese eiförmigen
windkanalgeprüften CW-Karosserien, bei der man die einzelnen
Automarken nur noch über den Schriftzug unterscheiden kann. Alle die
Merkmale, die mit dem eigentlichen Fahren im Zusammenhang stehen,
interessieren heute niemanden mehr. Viel wichtiger sind die
Innenausstattungen mit Flaschenhalter, DAB+ Radio, Kühlschrank,
Laptop-Tablare, Multimedia-Systeme, Kinderanimation-Flatscreen oder
Klimaanlagen mit integriertem Benutzerprofil. Die Datenrate des
internen WLAN ist viel wichtiger geworden als die PS des Motors.
Auch die persönliche Beziehung zum
Autofahrer war früher viel besser. Kürzlich fluchte mein Besitzer
grauenhaft. Mit dem Sprachsystem Siri verstand ich zwar die Worte,
aber weil sie nicht in meinem Wortschatz gespeichert sind, konnte ich
deren Bedeutung nicht erahnen. Er schwafelte etwas von horrend hohen
Autoreparaturrechnungen und das meine Fehlerdiagnose- und
Maintenance-Management-Software zum Teufel gehen soll. Ich konnte
irgendwie seine Aufregung nicht verstehen, bin ich doch bei jeder
Fehlermeldung programmmässig sofort automatisch in die
Reparaturwerkstatt gefahren.
Auch das Zusammenleben der Menschen hat
sich durch die selbstfahrenden Autos drastisch verändert. Früher
wusste man, wenn man einen Fehler im Strassenverkehr machte, wurde
man gebüsst und basta. Heute haben sie endlose Streitereien ob jetzt
der Hersteller, der Importeur, der Autohändler, der
Elektronikhersteller, der Autobesitzer oder der Autobenutzer schuld
sei. Den Vogel abgeschossen hat einer, der ein selbstfahrendes Auto
vor das Bundesgericht ziehen wollte. Dabei konnte die Elektronik bei
diesem Verkehrschaos einfach nicht alles sehen.
Auch das Gestürm mit den
Elektrofahrzeugen hat sich mit der Zeit gelegt. Sie sind heute nicht
mehr so federleicht gebaut. Durch die vielen Komforteinrichtungen im
Auto, den unzähligen Elektronik-Gadget und den langen Reichweiten
wurden die Fahrzeuge immer schwerer. So war dann auch die
Energieverbrauch teilweise grösser als bei benzinschluckenden Autos.
Und mit der Ökologie ging es auch bergab, als alle merkten, dass
weltweit die meisten Elektrofahrzeuge mit dreckigem Braunkohle-Strom
aufgeladen wurden. Dass die Lösung beim weniger Fahren liegen würde,
ist natürlich ein ketzerischer Gedanke.
Auf das trinken wir noch ein Glas
Benzin.
Freitag, 11. Dezember 2015
Freitag, 27. November 2015
Das Zertifikat
Ich glaubte ausserhalb der Ferienzeit und Saison sei ich fast alleine auf dem Jungfraujoch. Doch weit gefehlt es waren etwa 3000 auf Top of Europe. 2999 hatten eine Selfistange dabei. Damit ich belegen kann, dass ich oben war, hat mir der Bahnhofvorstand ein Zertifikat ausgestellt.
Abonnieren
Posts (Atom)





